Freundeskreis Zliuuini

Auf diesen Seiten möchten wir Sie über den „Freundeskreis Zliuuini“ informieren und Ihnen die Aktivitäten des freiwilligen Zusammenschlusses von Heimatforschern aufzeigen. Die Aktivitäten des aktuellen Jahres finden Sie direkt hier, die Aktivitäten der vergangenen Jahre hier.


Vorstellung der Ziele des Freundekreis Zliuuini
Vorstellung der Hauptakteure und Kontaktdaten
Berichte über Aktivitäten des Freundeskreises
Vollständige zeitliche Jahresdokumentationen
Bücher initiert vom Freundeskreis Zliuuini

Buchvorstellung Knullplinze

Der Freundeskreis Zliuuini hat sein neuestes Heimatbuch als Lesebuch zum Schliebener Land mit dem Titel
Von Knullplinzen, Doppelkopp, Mäusen und Heuschrecken“
Geschichten aus dem Schliebener Land
fertig gestellt.
Das Buch wird wie folgt präsentiert:
Sonnabend, den 26.Oktober 2019 von 14:00- 16:00 Uhr
Gasthof Polzen
Der Eintritt ist frei. Alle Heimatfreunde und Interessenten sind herzlich dazu eingeladen.

Vor dreizehn Jahren schloss der Heimatfreund Hans- Dieter Lehmann (Schlieben) mit seinem Werk „Geschichte des Schliebener Landes- Ein heimatkundliches Lesebuch“ eine seit langem bestehende Lücke in der Darstellung der Geschichte unserer Heimat. Von der Vorgeschichte, über das Mittelalter bis in die Neuzeit hinein charakterisierte der Autor an Hand wichtiger Ereignisse, Entwicklungen und Personen diese Geschichte. Dabei musste aus Platzgründen eine Vielzahl von weiteren Manuskripten unberücksichtigt bleiben. Mit den nunmehr vorgelegten „Geschichten aus dem Schliebener Land“ des Freundeskreises Zliuuini wurde der Gedanke der Illustration geschichtlicher Ereignisse in Form von kurzen „Geschichten“, ebenfalls als heimatkundliches Lesebuch, aufgegriffen und erweitert. Viele neue Beiträge fanden erstmals Eingang und Unbekanntes wurde aufgespürt.
In 6 Hauptkapiteln, auf 360 Seiten mit 56 Bildern, erwarten den Leser über 80 verschiedene Beiträge zu den unterschiedlichsten heimatkundlichen Themengebieten. Von lustigen Begebenheiten, historisch interessanten Ereignissen und Zeugnissen bis hin zu skurrilen Personen und Taten sowie erinnerungswürdigen Abläufen ist die Rede. Es geht um kleine Dörfer mit großer Geschichte, um Menschen und ihre Taten (auch Untaten!), um Brauchtum, Gewohnheiten und Feste, weiter geht es um Freizeit, Spiel, Sport und Spaß, um Neues aus alter Zeit sowie auch um schlimme Ereignisse der letzten Jahrhunderte in der Region. Der Leser wird viel Neues erleben aber sicher auch manch alten Bekannten wieder treffen- unter anderem auch einen verdienten Jubilar.
Für Wagemutige haben die Autoren auch einige alte Rezepte für die „Knullplinze“ gesammelt und dargelegt- wohl bekomms!
Das Buch kann vor Ort oder im Regia-Verlag Cottbus erworben werden.
Freundeskreis Zliuuini


Ihre Hilfe ist gefragt - Projekt Flurnamen

„Historische Flurnamen des Schliebener Landes“

Projektinformation
(2.8.2019)
Der Freundeskreis Zliuuini begann im Jahre 2019 mit der Erfassung, Interpretation und Darstellung von historischen Flurnamen des Schliebener Landes.
Dazu wurde folgendes Grobkonzept erstellt:
Titel:
„Historische Flurnamen des Schliebener Landes“ ( Namen, Bedeutung, Lage, Kartierung)

Vorbemerkungen
Es handelt sich bei der gesamten Arbeit um Ergebnisse der heimatkundlichen Regionalforschung. Schwerpunkt der Arbeiten bilden Namen, Bedeutung, Lage zur jeweiligen Gemarkung sowie eine Verortung auf einem aktuellen Messtischblatt. Die Grenzen/ Abgrenzungen zueinander stehen dabei nicht im Mittelpunkt, denn die Arbeit stellt keine Arbeit in der Qualität und Zielrichtung von Katasterplänen u. ä. dar, sondern zeigt nur Übersichten. Demnach ist das Ableiten von Verbindlichkeiten aller Art (z. B. Grenzen, Eigentum, Nutzung,…) aus den vorliegenden Darstellungen ausgeschlossen.
Eine Verwendung/ Weiterverwendung der Ergebnisse für kommerzielle Zwecke ist nicht statthaft.
Die Arbeitsergebnisse dienen ausschließlich gemeinnützigen, heimatkundlichen Zwecken.
Die Autoren tragen ihre finanziellen und sonstigen Aufwendungen zur Erstellung der Arbeitsergebnisse selbst (keine Förderung, keine Zuwendungen, keine Kostenerstattungen).



Historische Flurnamen- zur Herkunft, Bedeutung, Problematik
„Historische Flurnamen“ sind Bezeichnungen für kleinräumige Teile der Landschaft, sie teilen das Gelände ein und unterstützen die Orientierung und Identifizierung.
Mit historischen Flurnamen belegt können werden: Äcker, Weiden, Wälder, Wiesen, Auen, Wege, Gewanne, Berge, Gipfel, Täler. Bei Gewässern (Seen, Teiche, Flüsse, Bäche,…) sind die Uferbereiche einzubeziehen, so dass der Flurname einen Vorsatz z. B. mit „Am“ oder „Bei der/ dem“ erhält (z. B. „an der Kremitz“). Wenn allerdings der Gewässername schon eine größere Fläche identifiziert, ist der Gewässername gleich der Flurname (z. B. Körbaer Teich, Fehnchen).

In der Regel sind historische Flurnamen nicht verbindlich schriftlich festgehalten. Ursprünglich entstammten sie mündlichen Vereinbarungen ansässiger Bewohnern, die den Namen auf Grund ihres Dialektes fixierten. Jedem Flurnamen liegt ein Benennungsmotiv zugrunde, ein Merkmal für den Ort. Dieses Merkmal wurde mit den früher gängigen Vokabeln beschrieben. Der Name entstanden so aus der vor Ort gesprochenen Mundart, wurde so weiter gegeben.
Historische Flurnamen haben im Verlaufe der oft hunderten von Jahren vielfach Veränderungen erfahren. Im 19. Jahrhundert wurde die katasteramtliche Schreibweise eingeführt. Hierbei entstanden gröbste Fehler. Namen wurden entstellt, falsch oder willkürlich verändert aufgeschrieben. Verheerend war die „Eindeutschung“ unbekannter (slawischer, manchmal gar keltischer) Wortstämme. Die ersten Messtischblätter wurden für das Schliebener Land von Militärangehörigen um das Jahr 1847 angefertigt. Hier finden sich oft derartige willkürliche Namensänderungen nach „Verstehen auf Zuruf“ und auch „Eindeutschungen“. Aus dem Schliebener Land wurde die Umdeutung des Kolochauer „Krähenberges“ in „Tränenberg“ berühmt /1/.
In den 1930er Jahren nahm diese Kritik besonders große Umfänge an.
So berichtet ein Autor W. Schönberger /2/, dass es zum Beispiel in Bayern nachweislich zu folgenden sinnlosen „Umdeutungen“ kam:
Zaunbreite- in Saubreite
Pfennigsgraben- in Phönixgraben
Donauwald- in Tannenwald
Krestenweg- in Dresdner Weg u.s.w.
Derartige Beispiele gibt es in erschreckender Vielfalt.

Leider haben sich auch offensichtliche Fehler bis heute erhalten (z. B. „Pfännchen“ statt Fehnchen“ bei Proßmarke), die selbst in heutigen Katasterplänen noch nicht ausgemerzt wurden, ja sogar noch eine Fehlersteigerung erfuhren („Fähichen“, im Jahr 2004).
Oft sind Flurnamen mit Benennungen wie „Langwälle“, „Dämme“ u. ä. belegt. Nur in wenigen Fällen sind damit historische Bauwerke wie Wallanlagen (Landwehren) gemeint. Häufiger sind das Bezeichnungen für befestigte, aufgeschüttete Fahrwege z. B. durch Wiesenland.

Zur Arbeitsmethodik
Die Arbeit hatt zum Ziel, ausgehend vom Namen der Flur, pro Gemarkung (Ort im Schliebener Land) diese Namen tabellarisch und alphabetisch aufzulisten, die Verortung vorzunehmen, die Bedeutung des Flurnamens zu ermitteln und eine Kartierung zu erstellen.
Es werden folgende Teilziele angestrebt:
- Fixierung einer einheitlichen, korrekten Schreibweise (Vermeidung persönlicher „Erfindungen“)
- Zuordnung von Flur und Gemarkung
- Beachtung der Korrespondenz zur katasteramtlichen Erfassung (keine „Neuerungen“)
- Rückführung fehlerhafter oder frei erfundener Flurnamen auf den Ursprung (z. B. slawische Wurzeln)
- Unterstützung der katasteramtlichen Arbeit durch Hinweise zur Beseitigung offensichtlicher Fehler in amtlichen Unterlagen
- Schaffung einer Handhabe für die Bürger in den Gemarkungen des Schliebener Landes zur Flurnamenpflege und eigenständigen Fortsetzung der Forschungen.

Ausgewertet werden historische und amtliche Karten und Pläne, amtliche Katasterpläne, historische Schriften, Ausarbeitungen von früheren Heimatforschern und Ergebnisse aus anderen Bundesländern.

Die Ergebnisse werden pro Gemarkung einzeln erstellt (Tabelle mit Text und Plan der Gemarkung mit Lage der Fluren). Plausibilitätsprüfungen erfolgten im Freundeskreis Zliuuini sowie durch Prüfung von lokalen Ergebnissen durch sachkundige Bewohner in Dörfern.

Ergebnisse
Von folgenden Gemarkungen wird je eine derartige historische Flurnamensammlung erstellt:
Frankenhain, Hillmersdorf, Hohenbucko, Jagsal, Körba, Kolochau, Krassig, Lebusa, Malitschkendorf, Naundorf, Oelsig, Polzen, Proßmarke, Schlieben (mit Berga, Weißenburg), Schöna- Kolpien, Stechau, Striesa- Freileben, Wehrhain, Werchau.
Zum heutigen Datum liegen folgende Anzahlen von Flurnamen mit Verortung und Bedeutungserläuterung vor (Auswahl):
Schlieben 148 Einträge
Lebusa 125
Schöna- Kolpien 109
Proßmarke 100
Hohenbucko 100
Polzen 75
Wehrhain 49
Oelsig 36 u.a.m.
Die bisherigen Arbeiten wurden von Personen aus Gemeinden aktiv unterstützt. Hier gebührt für den Zwischenstand besonderer Dank Frau Marianne Dennert aus Schöna, Herrn Lothar Lehmann aus Polzen, Herrn Gisbert Mönnich aus Malitschkendorf.
Weitere Teilnahmewünsche werden sehr gern entgegengenommen.

/1/ Flurnamen. In: Heimatbote, Beilage zum Schweinitzer Kreisblatt, Nr. 24 v. 27.11.1925 o. S.
/2/ Schönberger, W.: Amtlich verstümmelte Flurnamen. In: Nachrichtenblatt für deutsche Flurnamenkunde. Dresden, 7.Jahrgg., Heft 3/ 1938, S. 1- 6


Vortrag am 23.02.2019 in Lebusa

Lebusaer Dorfgeschichten

Am Samstag, 23. Februar 2019 lauschten etwa 80 Gäste aus den Lebusaer Ortsteilen den durch den Freundeskreis Zliuuini zusammengetragenen Dorfgeschichten.

Diesmal waren es nicht nur die in der Gemeinde Lebusa geborenen Protagonisten wie der Erfinder der Schiffshebewerke Johann Friedrich Mende, der brasilianische Industrieelle Carl Hoepcke, der Dirigent Max Otto Rolcke oder der Heimatdichter Johannes Gustav Krüger, sondern die durch Hans-Dieter Lehmann (HDL) mit seinem ihm eigenen Humor angereicherten Alltagsgeschichten und Anekdoten, wie die „Lebusaer Hundekirmes“, die das Publikum in seinen Bann zog.

Der Freundeskreis Zliuuini dankt allen an der Vorbereitung und Durchführung Beteiligten, der Ortsvorsteherin und dem fleißigen Team der Kegelbahn.


Vortrag am 23.02.2019 in Lebusa


Tag des offenen Denkmales 2018

Tag des offenen Denkmales 2018
Zum Tag des offenen Denkmales am 9.9.2018 hatte der Freundeskreis Zliuuini, gemeinsam mit der Gemeinde Kremitzaue und mit Unterstützung des Amtes Schlieben, eine Erneuerung der Info- Tafel am Burgwall Malitschkendorf vorbereitet. Ein solcher Tag war hier erstmals auch ein wirklich „offener“ Tag für ein „offenes“ Denkmal. In der Vergangenheit wurden meist Mühlen, frühe Bauten u.ä. als „offenes“ Denkmal für einen Tag genutzt. Diesmal stand der Burgwall im Wiesengelände zwischen Schlieben und Malitschkendorf bereit.
Bei der Gestaltung des neuen Fachinhaltes leisteten das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege in Wünsdorf/ Außenstelle Cottbus (Herr Agthe) und die untere Denkmalschutzbehörde des EE- Kreises (Herr Findeisen) gelungene Unterstützung.

Der Burgwall wurde von Menschen einer Siedlungskammer der „Billendorfer Kultur“, einer früheisenzeitlichen Kultur, um die Jahre 900 bis ca.700 vor Chr. errichtet. Dazu bauten die Menschen einen befestigten Damm vom festen Land im Nordosten bis zum eigentlichen Burgwall.
Im Sumpf, an einer seichten, sandigen Stelle, erfolgte die Erstellung eines Fundamentes aus mehreren Lagen von ca. 2 Meter langen Baumstämmen mit darüber geschüttetem Erdreich. Durch Aufschüttung entstand der ovale Wall, heute in den Abmessungen von rund 120x200 Metern und einem Umfang von 400 Metern (Flächeninhalt im Wallinnern ca. 2,26 Hektar). Die heutigen Wallhöhen betragen noch bis zu 5 Meter.
Der Burgwall diente vor allem den früheisenzeitlichen Bewohnern als befestigte Wallanlage mit Hütten im Innern zur Vorratshaltung, als Wohnort von vermutlich privilegierten Stammesangehörigen, als Stammeszentrum sowie als Fluchtort auch für die Bewohner der umliegenden Siedlungen im Verteidigungsfall. Dabei fanden ca. 450 Personen im Innern Schutz.
In unmittelbarer Umgebung des Burgwalles bestand die Vorburgsiedlung, die ebenfalls eine Vielzahl von Funden lieferte.

Bereits 1849 legte der preußische König in einer Regierungsverfügung die Unverkäuflichkeit der Anlage und damit deren ständigen Schutz fest (veröffentlicht 1853).
Infolge kriegerischer Einwirkungen brannte der Burgwall mehrfach ab, was die großen Aschemengen
im Boden erklärt. Die früheren Vermutungen für eine „germanische Kultstätte“ der so genannten Semnonen mit enormen Opferhandlungen ist durch neuere archäologische Forschungsergebnisse widerlegt. Lediglich Menschen der slawischen Kultur hielten sich rund 2000 Jahre später verschiedentlich hier auf, wie einige Funde belegen.

Fast 60 Heimatfreunde nutzten am vergangenen Sonntag die Gelegenheit, um bei schönstem Spätsommerwetter per Rad oder auch zu Fuß zum Bodendenkmal zum schönsten Bodendenkmal der Region zu gelangen. Dabei kamen die Interessenten sowohl aus den Ortschaften des Amtsbereiches aber z. B. auch aus Cottbus, Dresden und der Oberlausitz.
Nach einführenden Worten vom stellvertretenden Amtsdirektor des Amtes Schlieben, Herrn Kutscher und dem Vertreter der Gemeinde Kremitzaue, Herrn Schemmel, informierte Herr Dr. Wille vom Freundeskreis Zliuuini über die Geschichte des Walles und seiner Erbauer aus der „Billendorfer Kultur“. Herr Lehmann las noch lustige Gedichtzeilen über den Burgwall vor. Die Enthüllung nahm dann das Mitglied des Landtages Brandenburg, Frau Iris Schülzke, vor.
Alle Besucher werden zum Schutz der Anlage zu besonderer Sorgfalt angehalten.
Heute kann der Besucher auch Stimmen seltener Vögel hören und im Rauschen der Bäume Ruhe finden. Die gesamte Anlage bietet zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten für Fotofreaks überraschende und einmalige Impressionen.

gez. Dr. Gert Wille
Freundeskreis Zliuuini
9.9.2018

Die Bilder im Anhang wurden von Frau Jessica Kessel, Herrn Harry Widmer und Torsten Richter zur Verfügung gestellt.


Das neue Schaubild

 

Einweihung Schautafel am Burgwall Malitschkendorf


In eigener Sache

Die selbst verlegten Bücherreihen des Freudeskreises werden zur nachhaltigen Archivierung auch regelmäßig der Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek/Sammlung "Brandenburgica" übergeben (http://www.bibliothek.potsdam.de). Aus Anlass der letzten Übergabe von Büchern (konkret das 2018 erschiene Buch über die Wagner-Geschwister) haben wir von der Leiterin der Sammlung Brandenburgica, Frau Sell auch eine Dankesmail der Institution bekommen, über die wir uns sehr gefreut haben.


Buch "Die Wagner- Geschwister" vorgestellt

Am 8.5.18 stellte der Freundeskreis Zliuuini sein neuestes Buch „Die Wagner- Geschwister“ vor. Hier wird das Leben von Dr. Friedrich August Wagner (Arzt, Kreisphysikus, Altertumsforscher, Wohltäter der Stadt Schlieben), von seinem Bruder Ludwig Wagner (Pfarrer in Lebusa, Altertumsforscher) und deren jüngere Schwester Louise Wagner (verheiratet auf einem Rittergut in Schlieben) in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Lebensbildern nachgezeichnet.
Rund 70 Interessenten nutzten die Vorstellungsveranstaltung im Schliebener Drandorfhof, um sich über dieses Thema zu informieren und ein Buch zu erwerben. Von Seiten des Amtes und der Stadt Schlieben war diese Veranstaltung perfekt vorbereitet worden. Der Schliebener Frauenchor unterstützte die Veranstaltung mit Heimat- und Frühlingsliedern und der Schliebener Weinbauverein war mit eigenen “Kostproben“ vertreten.
Die inhaltliche Vorstellung des Buches wurde vom Mitglied des Freundeskreises Zliuuini, Dr. Gert Wille, vorgenommen. Der Referent verwies u. a. auf die Herangehensweise und Methodik bei der Auswertung von über 600 historischen Quellen, darunter etwa 100 Kirchenbuchauszügen. Er nannte als Beispiel für humorvolle Stellen die blumigen und romantischen Vornamen der Damenwelt dieser Zeit, verwies auf die effektive Arbeit schon damals in Netzwerken, erläuterte die bisher nur wenig bekannten medizinischen Leistungen des Dr. Wagner und gab u. a. Einblicke in das Leben eines Pfarrers in Lebusa , bzw. einer Rittergutsfrau in Schlieben.

Der Freundeskreis bedankt sich insbesondere bei folgenden Partnern für die mehrjährige, konstruktive und uneigennützige Unterstützung des Buch- Projektes:
Das Amt Schlieben und die Stadt Schlieben unterstützten auch das Buchprojekt von Beginn an bis zur Umsetzung. Dafür gebührt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter Leitung des Amtsdirektors Herrn Andreas Polz und der Bürgermeisterin Frau Cornelia Schülzchen ein großes Dankeschön.

Für die Möglichkeiten der Einsichtnahme in Kirchenbücher und die Genehmigung zur Verwertung der Informationen für das vorliegende Buch bedanken sich die Autoren insbesondere bei
-Herrn Pfarrer Philipp Schuppan, Schlieben
-Herrn Pfarrer Volkmar Homa, Schönewalde
-Herrn Christian Jänicke, Gemeindepädagoge in Knippelsdorf
-Herrn Dipl.- Hist. Hans- Jochen Seidel, Archiv des Kirchenspieles Zahna
-Herrn Matthias Düsedau, Evangelisches Kirchenspiel Dobien.
Dieser Dank wird erweitert auf den Kirchenvorstand Lebusa und den Förderverein des Orgel- und Kulturzentrums Lebusa e.V.
Dem Münzkabinett der Staatlichen Museen Berlin, insbesondere Frau Elke Bannicke, wird für die sachgerechte, qualifizierte und stets zeitnahe Unterstützung bei der Nutzung der Medaillen besonders herzlich gedankt.
Für die unkomplizierte Bereitstellung von Archivmaterialien und Hilfe bei deren Nutzung gebührt der Dank dem Kreisarchiv Herzberg/ E., dem Stadtarchiv Schlieben, dem Niederlausitzmuseum Luckau, dem Universitätsarchiv der Martin- Luther- Universität Halle- Wittenberg, dem Ratsarchiv Görlitz und der Städtischen Friedhofsverwaltung Görlitz.
Der Universitätsbibliothek Leipzig übermitteln die Autoren besonderen Dank für die nutzergerechte Überlassung von Quellentexten.
Dank für vielfältige Unterstützungen gebührt auch den Staatlichen Museen zu Berlin/ Museum für Vor- und Frühgeschichte/ Archiv, dem Landesamt für Archäologie Dresden, dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Landesmuseum Wünsdorf, dem Landesmuseum Sachsen- Anhalt in Halle/ S., dem Museum in Hohenleuben und dem Regionalkirchenamt Dresden der Evangelisch- Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Ein direkter Nachkomme von August Ludwig Wagner, Herr Jürgen Wagner aus Landau/ Pfalz überließ den Autoren Ergebnisse der Familienforschung, dafür danken die Autoren ganz herzlich. Persönliche Unterstützung leisteten viele Heimatfreunde, zum Beispiel Dr. Torsten Richter aus Proßmarke/ Hannover, die Herzberger Ulf Lehmann, Stephanie Kammer und Horst Gutsche. Hinweise und Ergänzungen kamen von folgenden Einrichtungen: Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Landeshauptarchiv Sachsen- Anhalt, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Stadtarchiv Lutherstadt Wittenberg, Universitätsbibliothek Erfurt, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Thüringer Universitätsbibliothek Jena, Hauptstaatsarchiv Dresden, Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, „Gleimhaus“ Museum der deutschen Aufklärung Halberstadt.
Letztlich gebührt der Dank vielen hier namentlich nicht aufgeführten Unterstützern und Interessenten. Die nachfolgenden Bilder geben einen optischen Eindruck von dieser gelungenen Veranstaltung.


Ausschnitte aus dem Vortrag von Dr. Gert Wille können Sie hier anschauen


Buchvorstellung am 08.Mai 2018 in Schlieben


Neues Buch "Die Wagner-Geschwister"

„Die Wagner-Geschwister“- neues Buch des Freundeskreises Zliuuini

Der Freundeskreis Zliuuini hat ein lange gehegtes Projekt abgeschlossen. Seit vielen Jahren war den Heimatfreunden im Schliebener Land ein Dorn im Auge, dass es über den berühmten Schliebener Arzt, Altertumsforscher und Wohltäter Dr. Friedrich August Wagner nur sehr dürftige Informationen gab. Deshalb entschloss sich der Freundeskreis vor über zwei Jahren, grundlegende Recherchen und Analysen zum Leben von Dr. Friedrich August Wagner, seines Bruders und Pfarrers in Lebusa, Magister August Ludwig Wagner sowie deren jüngere Schwester Friedericke Louise Wagner, verehelichte Sahland in Schlieben, vorzunehmen.

Das Buch führt den Titel
„Die Wagner- Geschwister“
Arzt, Pfarrer, Wohltäter, Altertumsforscher und Rittergutsbesitzerin

Insgesamt sind über 600 historische Quellen ausgewertet und dokumentiert, darunter über 90 Kirchenbuchauszüge. Somit gibt es genügend sachgerechte Ansatzpunkte für künftige Heimat- und Ahnenforscher, für biografisch orientierte Interessenten oder einfach für neugierige Heimatfreunde.
Das Buch umfasst als A4- Manuskript 220 Schreibmaschinenseiten mit historischen Bildern und Ansichten, auch ein Bild des Bruders Ludwig Wagner ist aufgefunden worden.



Dr. Wagner war als Arzt und Altertumsforscher weit über das Schliebener Land hinaus bekannt und geachtet. Er baute mit seinem Bruder Ludwig ein Netzwerk von Personen und Einrichtungen auf, die sich der Altertumserforschung, als Vorläufer der modernen Archäologie, verschrieben hatten. Sie trafen im Rahmen ihrer Forschungen auf viele unentdeckte, alte Objekte. Dr. Wagner zeichnete zum Beispiel um das Jahr 1826 erstmalig eine Sicht auf den Malitschkendorfer Burgwall mit mehreren, annähern ovalrund verlaufenden Wallzügen und Gräben, deren Sinn sich bis heute noch nicht erschlossen hat. Leider sind diese Spuren heute eingeebnet, das Geheimnis derselben bleibt ungelöst.




Das Buch „Die Wagner- Geschwister“ beschreibt das Leben und Arbeiten der Personen, ihre Herkunft, bringt neue Erkenntnisse und Details, räumt mit einigen Fehlinterpretationen auf und beseitigt Fehler. Der Leser erhält eine neue, erweiterte Sicht auf das Geschwistertrio:

-Wer weiß schon, woher die ersten Wagners wirklich kamen? Kamen sie aus Kropstädt oder „aus der Mark“ oder aus Schlieben oder
gar von woanders her?
-Wer waren ihre Mitmenschen, ihre Freunde und auch Nicht- Freunde, ihre Verwandten, guten Bekannten, welche familiären
Beziehungen gab es?
-War das Pfarrerleben vor 200 Jahren im idyllischen Lebusa auch so idyllisch?
-Was hatte damals so ein Landpastor überhaupt zu tun?
-Wie verlief das Leben der Louise Sahland, geb. Wagner, auf dem Schliebener Rittergut der Sahlands?
-Welche sonderbaren Berufe wählten die Söhne der Wagner- Brüder?
-Warum heiratete der hochangesehene Dr. Wagner seine Braut Maria Elisabeth Hentschke nicht standesgemäß in der Schliebener
Martinskirche und dazu noch ohne Aufgebot und nur mit Sondergenehmigung an einem Wochentage?
-Wieso waren die Vornamen der jungen Mädchen vor 200 Jahren klangvoller als heute?
-Wie benahmen sich die Wagner- Brüder als Studenten an der Uni Wittenberg?
-Gab es an dieser Universität auch ein „wildes Studentenleben“?
-Wie lief eine Arztpraxis vor 200 Jahren ab?
-Was ist der Unterschied zwischen Schutzpocken und Pockenschutz?
-Wie lieben sich die Blutegel?
-Wen wollte Dr. Wagner„totschlagen, ausrotten“?
-Warum wetterte Wagner gegen das Schnürkorsett?
-Wo ist das heutige Wagner- Gedenken stärker ausgeprägt- in Schlieben oder im Geburtsort Kropstädt?
-Wofür bekam Dr. Wagner drei große Orden?
-Wie ging Dr. Wagner gegen Raubgräber im Schweinert vor?
-Warum wollte er schon dreizehn Jahre früher sterben?
-Wie kamen solche Großfamilien wie die Sahlands oder die Henschkes zurecht?
-Wieso sind zwei Mitglieder des Freundeskreises Zliuuini mit den Wagner- Geschwistern direkt verschwägert?

Das sind nur einige Fragen, die im Buch beantwortet werden.
Die Autoren wurden zu Beginn der Arbeit manchmal mit der Meinung „Was soll es bei Wagner schon Neues geben“ konfrontiert- aber denkste! Welch ein Irrtum! Nur wenig bis nichts war über die Familienbeziehungen der drei Wagner- Geschwister und deren Leben bekannt. Die Autoren schildern das Leben der drei Geschwister in ihrem Umfeld, so wie es nach 200 Jahren noch rekonstruierbar war.
Es entstanden Bilder von Menschen, die auch in vormaliger Zeit lachten und liebten, feierten und trauerten, Glück und Leid erlebten, Wünsche und Hoffnungen hatten, Enttäuschungen und Unglücke überstanden, arbeiteten und starben, eben Menschen wie wir heute auch.

Das Buch wird am Dienstag, den
8.Mai.2018 ab 17:00 Uhr
im Drandorfhof Schlieben

vorgestellt und verkauft. Alle Interessenten und auch solche, die es noch werden wollen, sind dazu herzlich eingeladen (Eintritt frei).
Referent: Dr. Gert Wille
Die Autoren stehen für das Signieren zur Verfügung.
Der Männerchor Schlieben wird die Präsentation mit schönen Liedern unterstützen. Der Schliebener Weinbauverein bietet Schliebener Wein zum Kauf an. Wir freuen uns auf Sie!


Neues von J.F.Mende

Neues von Johann Friedrich Mende: Seine Luckauer Zeit
Freundeskreis Zliuuini

Ein Absolvent des Luckauer Lyzeums hatte an der Entwicklung des sächsischen Bergbaues im
18. Jahrhundert entscheidenden persönlichen Anteil.
Dieser Absolvent war Johann Friedrich Mende, geboren am 4.10.1743 in Körba (und nicht, wie heute noch vielfach falsch angegeben am 3.10.1743 in Lebusa), als Sohn eines Müllers, der aus Lebusa stammte. Vermutlich hatte die Mühlentechnik den Knaben fasziniert, denn Vater und Großvater waren ebenfalls Technik- Freaks. Deshalb wollte der Knabe Mathematik studieren, doch vorher musste er eine höhere Schule besuchen. Er kam vom 12.4.1760 bis 1764 an das Lyzeum in Luckau. Als 17- bis 21jähriger war er schon ziemlich „alt“, was auf die Kriegsereignisse (Siebenjähriger Krieg 1756- 63) und den Verlust von Eltern und Mühle zurückzuführen sein dürfte.
Nach Mendes eigenen Angaben war seine Familie in Armut gestürzt: „Alleine das Unglück, worin meiner Eltern durch Brand und Krieg gegangen sind und deren daraus erfolgter Begräbnis seitiger Tod haben mich dergestalt von allen Vermögen entblößt…“

Nach der Schulzeit in Luckau studierte er an der neu gegründeten Bergakademie Freiberg 1766/67 und wurde sofort als „Kunstmeister“ (heute mit Ingenieur oder Konstrukteur in etwa vergleichbar) im Bergamt Freiberg angestellt. Mende konstruierte u.a. das erste Schiffshebewerk der Welt bei Freiberg, wurde 1770 Kunstmeister aller sächsischen Bergämter, 1789 folgten die Ernennungen zum „Maschinendirektor“ und „Oberkunstmeister“ für alle Bergwerke des Kurfürstentums Sachsen. Die russische Zarin, die berühmte Katharina die Große, versuchte vergeblich, ihn abzuwerben. Mende kannte Goethe persönlich und begleitete diesen bei Besuchen unter Tage.

Für die Luckauer Schulzeit gibt es nur lückenhafte Angaben, wobei zu vermuten ist, dass noch nicht alle archivalischen Quellen der Schule oder der Stadt ausgewertet sind.
J. F. Mende versah hier während seiner Schulzeit als Primaner bereits die Stelle des Feldmessers in Dahme.

Mende hat sicher im Luckauer Gymnasium durch erstaunliche mathematische Begabungen Aufmerksamkeit erregt. Denn ursprünglich wollte er an der Universität Leipzig Mathematik studieren. Ein solcher Berufsweg war für die damalige Zeit für einen Müllersohn nicht gerade alltäglich. Sein Fürsprecher war ein Freiherr von Hohenthal, ein einflussreicher Mann im Kurfürstentum Sachsen.
Diese akademische Laufbahn in Leipzig nahm der junge Mende dann aber doch nicht auf. Er ging erst mal zum Ingenieurdienst nach Dresden. Welche Tätigkeiten er in wessen Auftrag hier ausführte ist bisher unbekannt geblieben.
Das Leben Mendes wurde im Buch „Ein niederlausitzer Genie- Johann Friedrich Mende aus Lebusa (2014, Regia Verlag Cottbus) durch den Freundeskreis Zliuuini soweit wie möglich nachgezeichnet.
Neuere Recherchen zum Aufenthalt in Luckau erbrachten zwar weitere Angaben, die aber die Verwirrungen zu seinen Lebensdaten nicht gerade erhellten.

Die erste Information zu Mende aus seiner Heimatregion stammt vom damaligen Rektor des Lyzeums Luckau, M(agister) Johann Daniel Schulze in „Denkwürdigkeiten des Luckauer Lyceums“, 3. Stück, Lübben, 1809, S. 6, gedruckt bei Friedrich Driemel mit folgendem Wortlaut:



Allerdings unterliefen Schulze hier zwei Fehler:
- Mende war nicht ab 1785 Maschinendirektor sondern erst ab 1789.
- Der Titel „Königlicher…“ ist nicht belegt, denn wenn „königlich“ dann nur bezüglich der polnischen Königskrone, Sachsen wurde erst 1806 Königreich. Mendes Geburtsdaten fehlen auch hier.



Ein Philipp Wilhelm Christoph Meusser (oder Meußer) veröffentlichte im Juni 1813 in „Vaterländische Monatsschrift zunächst für beide Lausitzen“ (Hrsg.: F. G. H. Fielitz); Druck bei
K. G. Schirach, Görlitz unter der Überschrift „Berühmte und verdiente Lausitzer (aus dem 18. Jahrhundert)“, Seite 455 folgenden Text:




Leider enthält diese Darstellung Meussers auch etliche Fehler. Abgesehen von den falschen Geburtsdaten handelt es sich nicht um eine „Feilenmaschine“ sondern um das Modell einer „Feilenhaumaschine“, also einer Maschine zur Herstellung von metallischen Feilenkörpern. Das Jahr „1768“ als Anstellung bei der Bergakademie ist falsch, Mende wurde schon 1767 als Kunstmeister am Bergamt Freiberg angestellt. Er besaß nie eine „Anstellung bei der Bergakademie Freiberg“. Die Aussage „..1770 eine eigene Lehrstelle…übertragen“ ist deshalb ebenfalls falsch. Die Stelle als Maschinendirektor bekleidete er nicht ab „1758“ (da war er 13 Jahre alt!) sondern erst ab 1789.




Die o. g. Veröffentlichung Meussers von 1813 mit den vielen Fehlern ließ den Rektor Johann Daniel Schulze- bei aller Freundschaft zu seinem Schwager Meusser- aber nicht ruhen. Er verfasste folgende Berichtigung in der „Leipziger Literatur- Zeitung für das Jahr 1815“, Nr. 72 vom 25.3.1815, S. 571:




Beachtenswert ist die Forderung nach „ausstreichen“, d.h., vollständiger Streichung des Meusser- Textes. Leider enthält auch diese „Berichtigung“ von Schulze neue Fehler.
Die Jahreszahl „1785 Maschinen-Director“ ist erneut falsch, richtig ist: 1789.
Seine eigene Quelle „Denkwürdigkeiten des Luckauer Lyceums“ ist wie folgt zu berichtigen: Die Angabe „2. St. (ück)“ muss richtig „3. St.“ lauten und das falsche Jahr „1806“ ist mit „1809“ richtig zu stellen (gem. Original- Zeitschrift, Universitätsbibliothek Leipzig).

Diese wenigen Ergänzungen sollen reichen, um die Wirrnisse um Mendes Schulzeit in Luckau anzusprechen.


Was hat J.F.Mende gemacht?


Vom Freundeskreis wurden und werden Veranstaltungen zur Regionsgeschichte durchgeführt. Der Bereich der Aktivitäten umfasst z. B. Ausstellungen, Buchvorstellungen und Textbeiträge. Sämtliche Aktivitäten können Sie in den Jahresberichten nachlesen, Berichte über die Veranstaltungen können Sie im Folgenden nachvollziehen.


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