Umgebung von Proßmarke

Für die Region der Kreisstadt Herzberg/ Elster sowie für das über tausendjährige Schlieben gibt es seit vielen Jahren Informationen zur Ur- und Frühgeschichte. Hier sei beispielhaft auf Arbeiten von
Dr. WAGNER und KRIEG/ Schlieben oder die Herzberger VOEGLER, HÖLER oder MICHALEK verwiesen. Alle diese Arbeiten konzentrierten sich auf bekannte und größere Fundstellen, wie z.B. das Gräberfeld im Schweinert bei Kleinrössen, den Malitschkendorfer Burgwall, die Siedlungsstellen in der Kremitz- Niederung, den „Weißen Berg“ von Kaxdorf oder die nähere Umgebung von Schlieben („Steinhardtsberg“).
Nur am Rande gestreift wurden dagegen die auf den östlichen Höhen des Schliebener Beckens liegenden Dörfer Hillmersdorf, Naundorf, Hohenbucko, Proßmarke sowie das weiter östlich liegende Heidedorf Schwarzenburg.
Diese Dörfer bildeten in früheren Jahren – wie auch noch heute- einen mehr oder minder geschlossenen Siedlungsraum: Im Mittelalter bestand ein Siedlungsareal im Dreieck Hohenbucko- Proßmarke.- Naundorf und den heute wüsten Dörfern Wenddorf und Sassendorf mit der Hebbelheide im Zentrum.
Vor ca. 50 Jahren erfolgte eine Vereinigung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften von Proßmarke, Hillmersdorf und Stechau. Hohenbucko besaß die nächste Bahnverbindung. Heute gehört Proßmarke zur Großgemeinde Hohenbucko, die Zentralschule in Hohenbucko existiert schon Jahrzehnte.
Gründe genug, um für eine zusammenfassende Betrachtung dieser Dörfer zu plädieren.

Dazu kommt die sehr bedenkliche Tatsache, dass nach 1945 kaum Funde von einheimischen Findern eingeliefert wurden. Lediglich einige Fachleute (KIRSCH/ WETZEL/ ILLIG und FINDEISEN) waren je einmal im Gelände- zwar anerkennenswert aber viel zu wenig, um von einer kontinuierlichen Oberflächenabsuche sprechen zu können. Es muss deshalb mit einer Vielzahl von Fundverlusten in den letzten 50 Jahren gerechnet werden. Nur in Proßmarke erfolgte ab Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eine ständige Begehung der Areale.
Die Übersichten über ur- und frühgeschichtliche Funde und deren Kommentierung mit orientierenden Aussagen zur Siedlungsgeschichte der Orte bis zur schriftlichen Ersterwähnung im Mittelalter stellen somit eine erste Stoffsammlung für eine eventuell spätere, zusammenfassende geschichtliche Ausarbeitung dar.
Mit der vorliegenden Ausarbeitung soll eine erste Diskussionsgrundlage geschaffen werden. Es werden Anregungen, Hinweise, Vorschläge, Kritiken etc. erwartet. Angesprochen werden alle Bewohner der Region, vor allem Heimatfreunde vor Ort und engagierte Personen auf diesem Gebiet. Besonders wichtig ist das Gewinnen neuer Mitstreiter und junger Leute aus den fünf Dörfern.

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