Freundeskreis Zliuuini

Auf diesen Seiten möchten wir Sie über den „Freundeskreis Zliuuini“ informieren und Ihnen die Aktivitäten des freiwilligen Zusammenschlusses von Heimatforschern aufzeigen.

Neues Buch "Die Wagner-Geschwister"

Portrait Dr. Wagners am Denkmal auf dem Langen Berg in Schlieben (1895)

„Die Wagner-Geschwister“- neues Buch des Freundeskreises Zliuuini

Der Freundeskreis Zliuuini hat ein lange gehegtes Projekt abgeschlossen. Seit vielen Jahren war den Heimatfreunden im Schliebener Land ein Dorn im Auge, dass es über den berühmten Schliebener Arzt, Altertumsforscher und Wohltäter Dr. Friedrich August Wagner nur sehr dürftige Informationen gab. Deshalb entschloss sich der Freundeskreis vor über zwei Jahren, grundlegende Recherchen und Analysen zum Leben von Dr. Friedrich August Wagner, seines Bruders und Pfarrers in Lebusa, Magister August Ludwig Wagner sowie deren jüngere Schwester Friedericke Louise Wagner, verehelichte Sahland in Schlieben, vorzunehmen.

Das Buch führt den Titel
„Die Wagner- Geschwister“
Arzt, Pfarrer, Wohltäter, Altertumsforscher und Rittergutsbesitzerin

Insgesamt sind über 600 historische Quellen ausgewertet und dokumentiert, darunter über 90 Kirchenbuchauszüge. Somit gibt es genügend sachgerechte Ansatzpunkte für künftige Heimat- und Ahnenforscher, für biografisch orientierte Interessenten oder einfach für neugierige Heimatfreunde.
Das Buch umfasst als A4- Manuskript 220 Schreibmaschinenseiten mit historischen Bildern und Ansichten, auch ein Bild des Bruders Ludwig Wagner ist aufgefunden worden.

Dr. Wagner war als Arzt und Altertumsforscher weit über das Schliebener Land hinaus bekannt und geachtet. Er baute mit seinem Bruder Ludwig ein Netzwerk von Personen und Einrichtungen auf, die sich der Altertumserforschung, als Vorläufer der modernen Archäologie, verschrieben hatten. Sie trafen im Rahmen ihrer Forschungen auf viele unentdeckte, alte Objekte. Dr. Wagner zeichnete zum Beispiel um das Jahr 1826 erstmalig eine Sicht auf den Malitschkendorfer Burgwall mit mehreren, annähern ovalrund verlaufenden Wallzügen und Gräben, deren Sinn sich bis heute noch nicht erschlossen hat. Leider sind diese Spuren heute eingeebnet, das Geheimnis derselben bleibt ungelöst.


Das Buch „Die Wagner- Geschwister“ beschreibt das Leben und Arbeiten der Personen, ihre Herkunft, bringt neue Erkenntnisse und Details, räumt mit einigen Fehlinterpretationen auf und beseitigt Fehler. Der Leser erhält eine neue, erweiterte Sicht auf das Geschwistertrio:

-Wer weiß schon, woher die ersten Wagners wirklich kamen? Kamen sie aus Kropstädt oder „aus der Mark“ oder aus Schlieben oder
gar von woanders her?
-Wer waren ihre Mitmenschen, ihre Freunde und auch Nicht- Freunde, ihre Verwandten, guten Bekannten, welche familiären
Beziehungen gab es?
-War das Pfarrerleben vor 200 Jahren im idyllischen Lebusa auch so idyllisch?
-Was hatte damals so ein Landpastor überhaupt zu tun?
-Wie verlief das Leben der Louise Sahland, geb. Wagner, auf dem Schliebener Rittergut der Sahlands?
-Welche sonderbaren Berufe wählten die Söhne der Wagner- Brüder?
-Warum heiratete der hochangesehene Dr. Wagner seine Braut Maria Elisabeth Hentschke nicht standesgemäß in der Schliebener
Martinskirche und dazu noch ohne Aufgebot und nur mit Sondergenehmigung an einem Wochentage?
-Wieso waren die Vornamen der jungen Mädchen vor 200 Jahren klangvoller als heute?
-Wie benahmen sich die Wagner- Brüder als Studenten an der Uni Wittenberg?
-Gab es an dieser Universität auch ein „wildes Studentenleben“?
-Wie lief eine Arztpraxis vor 200 Jahren ab?
-Was ist der Unterschied zwischen Schutzpocken und Pockenschutz?
-Wie lieben sich die Blutegel?
-Wen wollte Dr. Wagner„totschlagen, ausrotten“?
-Warum wetterte Wagner gegen das Schnürkorsett?
-Wo ist das heutige Wagner- Gedenken stärker ausgeprägt- in Schlieben oder im Geburtsort Kropstädt?
-Wofür bekam Dr. Wagner drei große Orden?
-Wie ging Dr. Wagner gegen Raubgräber im Schweinert vor?
-Warum wollte er schon dreizehn Jahre früher sterben?
-Wie kamen solche Großfamilien wie die Sahlands oder die Henschkes zurecht?
-Wieso sind zwei Mitglieder des Freundeskreises Zliuuini mit den Wagner- Geschwistern direkt verschwägert?

Das sind nur einige Fragen, die im Buch beantwortet werden.
Die Autoren wurden zu Beginn der Arbeit manchmal mit der Meinung „Was soll es bei Wagner schon Neues geben“ konfrontiert- aber denkste! Welch ein Irrtum! Nur wenig bis nichts war über die Familienbeziehungen der drei Wagner- Geschwister und deren Leben bekannt. Die Autoren schildern das Leben der drei Geschwister in ihrem Umfeld, so wie es nach 200 Jahren noch rekonstruierbar war.
Es entstanden Bilder von Menschen, die auch in vormaliger Zeit lachten und liebten, feierten und trauerten, Glück und Leid erlebten, Wünsche und Hoffnungen hatten, Enttäuschungen und Unglücke überstanden, arbeiteten und starben, eben Menschen wie wir heute auch.

Das Buch wird am Dienstag, den
8.Mai.2018 ab 17:00 Uhr
im Drandorfhof Schlieben

vorgestellt und verkauft. Alle Interessenten und auch solche, die es noch werden wollen, sind dazu herzlich eingeladen (Eintritt frei).
Referent: Dr. Gert Wille
Die Autoren stehen für das Signieren zur Verfügung.
Der Männerchor Schlieben wird die Präsentation mit schönen Liedern unterstützen. Der Schliebener Weinbauverein bietet Schliebener Wein zum Kauf an. Wir freuen uns auf Sie!

Historischer Ausflug nach Wiepersdorf

Historischer Ausflug nach Wiepersdorf

Am 4. April 2017 hatten die Wiepersdorfer Senioren den Freundeskreis Zliuuini zu einem historischen Exkurs in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Hier Hans-Dieter Lehmann bei seinem mit Humor und Anekdoten angereicherten Vortrag.

Ehrung für Johannes Gustav Krüger

Ehrung des Heimat- und Mundartdichters Johannes Gustav Krüger in Lebusa

Der Freundeskreis Zliuuini hat am Mittwoch, den 21.06.2017 in der Pöppelmann-Kirche Lebusa dem 150. Geburtstag des Schmiedes und Poeten Johannes Gustav Krüger gedacht.

Johannes Krüger wurde am 21.06.1867 in Lebusa geboren. Als wandernder Geselle führte ihn sein Weg nach Sachsen, Süddeutschland und in die Schweiz. Im Jahr 1901 übernahm er die Schmiede in Lebusa. Dort übte er auch viele Jahre das Amt des Standesbeamten aus. Eine Vielzahl seiner literarischen Werke wurde seinerzeit in den regionalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, so u.a. im „Heimatboten“.

Durch das Programm führte der Schliebener Ortschronist Hans-Dieter Lehmann (HDL), begleitet wurde er mit teils mundartlichen Geschichten und Gedichten durch Krügers Enkelin Elisabeth Richter. Die Silbermann-Orgel spielte Pfr. Ingolf Walther aus Uebigau.

Durch die fleißigen Helfer der Kirchengemeinde Lebusa wurde anschließend im Oberlaubenstall für die zahlreich erschienenen Heimatfreunde Kaffee und Kuchen angeboten.

Kreisheimatkundetag am 19.11.2016 in Schlieben

22. Kreisheimatkundetag am 19.11.2016 in Schlieben

Erstmals fand der Kreisheimattag des Elbe- Elster- Kreises in Schlieben statt. Dieses regionalgeschichtliche Symposium im Drandorfhof besuchten rund 80 Teilnehmer.
Der Freundeskreis Zliuuini war mit folgendem Fachvortrag vertreten
„Erkenntnisgewinn und kein Ende- Beispiele aus der Heimatforschung
im Schliebener Land“.
(Referent: Dr. Gert Wille).
Der Referent vermittelte ausgewählte Erfahrungen des Freundeskreises aus der bisherigen heimatgeschichtlichen Arbeit mit dem Ziel, die Qualität der Arbeit insgesamt zu verbessern, Fehler vorausschauend zu vermeiden und mit gegenseitiger Unterstützung zu arbeiten.
Eine erste Erfahrung betraf die allgemeingültige Methodik der fachlichen (wissenschaftlichen) Arbeit, die stets drei Schritte umfasst:
1. Analyse des Ist- Zustandes; Darstellung der Ergebnisse früherer Forschungen; exakte Quellenangaben
2. Darstellung des neuen, eigenen Beitrages
3. Darstellung der nicht erforschten Bereiche; der Abgrenzungen (als Erleichterung für Arbeiten nachfolgender Forscher).

Daran schlossen sich Erfahrungen bezüglich einer Diskussions- und Kritikkultur an (Kritikgegenstand, Konfliktbewältigung, sachbezogene, Stolperstellen, u.a.m.).
Der Referent erläuterte anschließend das Verfahren der Plausibilitätsprüfung von problembehafteten Forschungsergebnissen und dem zielführenden Herangehen an eine Quellenkritik.
Hier wurde als Beispiel die plausible Ermittlung des Geburtsjahres von Dr. Wagner dargestellt (1775).
Den Abschluss bildete ein Vorschlag des Freundeskreises an den Landkreis zur Installation eines Internet-Portales gemäß den Erfahrungen des Freundeskreises mit dem eigenen Internetauftritt. Dieses Portal kann bei der Behörde oder einem Kreismuseum angebracht sein. Die Heimatfreunde können dort ihre Fachtexte, Entwürfe, Konzepte, offene Probleme u.ä. einstellen und zur Diskussion anbieten. Es können auch Anfragen/ Anforderungen hinsichtlich fehlender Quellen, Informationen, Dokumente etc. gestellt werden. Das Portal soll ein offenes und für jeden zugängliches und nutzbares Diskussionsforum bieten.
Es erfolgen keine Eigendarstellungen, keine Eigenwerbungen, alle Einträge sind offen und mit Name/ Adresse zu kennzeichnen, anonyme Einträge sind nicht möglich.
Als Themenbeispiele wurden vom Referenten benannt (Ausw): Ortschroniken oder Teile daraus, Biografien, historische Ereignisse /Abläufe, Flora/ Fauna, Grenzverläufe, Kleindenkmäler, historische Wege und Straßen, Landwehren, Flurnamen, Besitzverhältnisse, bäuerliches Leben, Sitten und Bräuche, Volksfeste, Mundart, Kirchenzeichen, Anfragen auf Zusammenarbeit, Kontaktpersonen u.v.a.m.
Dabei sind vor allem die vielen heimatkundlich Interessierten Einzelpersonen in den Ortschaften, die noch Abseitsstehenden, die Zögerlichen zu gewinnen.
Ein solches Diskussionsportal könnte die Kommunikation zwischen allen Heimatforschern erstmals ermöglichen.

Neues Buch 2016 - Der Rote Hahn

Der Rote Hahn-
Feuersbrünste und Brandkatastrophen aus 600 Jahren.

Unter diesem Titel gibt der Freundeskreis Zliuuini sein nächstes Buch heraus.
Hexenverbrennungen, Mordbrenner, Blitzschläge, Dörfer in Flammen- Feuer verbreitet Angst und Schrecken. Es schreibt Geschichte und ist Fluch und Segen zugleich. Feuer spendet Licht und Wärme, daran haben wir uns im Alltag wie selbstverständlich gewöhnt. Doch vor allem Katastrophen, wie Haus- und Waldbrände, Feuer, die durch Fahrlässigkeit oder Brandstiftung entstehen, sorgen bis heute für Schlagzeilen und sind- mit Verlaub- „brandaktuell“.
Viele regionale Beispiele aus den vergangenen 600 Jahren zeigen, welch verheerender Schaden durch Feuer verursacht wurde. Von Herzberg bis Schlieben, Liebenwerda bis Kirchhain, von Dahme bis Jessen - die Spuren des Roten Hahns werden in diesem Buch nachgezeichnet.
Die Autoren würdigen aber auch die mutigen Männer der Feuerwehren, ihre präventiven Arbeiten, ihren Einsatz bis zur gesundheitlichen Grenze.
Die alten Vorkommnisse zeigen beklemmend, wie aktuell solche Fragen der vorsätzlichen Brandlegung sind. Hier hat auch die heutige Zivilgesellschaft ungeheuren Nachholbedarf in bezüglich der Achtung vor dem Leben, vor dem Allgemeingut und vor Gütern unsrer Mitmenschen.
Der Freundeskreis Zliuuini widmet das Buch der Schliebener Feuerwehr anlässlich ihres diesjährigen Jubiläums und dankt allen Feuerwehrmännern und -frauen des Elbe- Elster- Landes für ihren jahrelangen, oft gefahrvollen Einsatz zum Schutze der Bevölkerung.
Das Buch umfasst 159 Seiten, 109 Quellen wurden ausgewertet und viele Heimatfreunde unterstützten das Projekt mit Rat und Tat.

Zur Präsentation des Buches laden der Freundeskreis Zliuuini, Amt und Stadt Schlieben, die Feuerwehr Schlieben und der Hauptamtliche Brandmeister des Elbe- Elster- Kreises alle Interessenten wie folgt ein:
Donnerstag, 3. November 2016 von 17:00 - 18:00 Uhr
Ort: Feuerwehrgerätehaus Schlieben (Herzberger Straße/ B 87).

Das Buch kann zum Preis von ca. 14 EURO im Rahmen der Präsentation erworben werden. Die Autoren stehen für eine Signierung zur Verfügung.
Der Verkauf erfolgt über BücherKammer Herzberg (auch Postversand) oder in der Verkaufsstelle Mahdel Schlieben.

Treffen mit Heimatverein Lübben

Am 3.11.2016 fand in Schlieben ein Gespräch zwischen Vertretern des Freundeskreises Zliuuini und der Vorsitzenden des Heimatvereins Lübben, Frau Sybille Grunert statt.
Frau Grunert berichtete über die Entwicklungen und die Arbeit des Lübbener Heimatvereines, über aktuelle Aufgaben und Probleme und übergab u.a. eine neue Ausgabe des Lübbener Heimatkalenders. Der Freundeskreis berichtete über seine bisherigen Arbeiten und Ergebnisse.
Beide Gesprächspartner vereinbarten, diesen Erstkontakt schrittweise zu vertiefen. Dazu suchen beide Seiten nach möglichen gemeinsamen Arbeitsfeldern (z. B. Vorträge, Recherchen,...). Ein weiteres Treffen in Lübben ist im Frühjahr 2017 geplant.
Anm.: Frau Grunert arbeitet freiberuflich als Malerin und Grafikerin. Wer mehr über ihre Arbeit und ihr künstlkerisches Schaffen wissen möchte, besuche die homepage: www.atelier-sybille-grunert.de.

Gedenkstein für Carl Hoepcke eingeweiht

Gedenkstein für Carl Hoepcke in Striesa eingeweiht

Am 13. August 2016 wurde in Striesa, anlässlich des Dorffestes, ein Gedenkstein für den berühmten Sohn des Dorfes eingeweiht.
Carl Franz Albert Hoepcke (zu deutsch: Höpcke) wurde am 25.6.1844 in Striesa geboren. Der Sohn des Striesaer Gutsinspektors wanderte 1863 mit seiner Mutter und Geschwistern nach Brasilien, Bundesstaat St. Catarina, aus. Hier gründete und betrieb er viele Unternehmungen in Wirtschaft, Schifffahrt und Handel, war deutscher Konsul und leistete entscheidende Beiträge zur wirtschaftlichen Entwicklung im Süden Brasiliens.
Seine Nachkommen in Florianopolis pflegen intensiv sein Andenken, sie gründeten 2004 das „Instituto Carl Hoepcke“, die brasilianische Öffentlichkeit gedenkt vielfältig dieses Pioniers und Gestalters ihrer Region, eines gebürtigen Striesaers.
Carl Hoepcke starb am 8.1.1924 in Florianopolis.
Im September 2015 weilten Nachkommen von Carl Hoepcke und Freunde seiner Familie aus Brasilien in Lebusa und Striesa. Sie wurden vom Freundeskreis Zliuuini sowie Vertreten der Gemeinden Lebusa und Striesa und dem Amtsdirektor des Amtes Schlieben betreut. Hierbei wurde auch ein ständiger Informationsaustausch vereinbart.
An der Einweihung des Gedenksteines, vorgenommen durch den Amtsdirektor Herrn Andreas Polz, nahmen rund 50- 60 Einwohner aus Striesa und Umgebung teil. Herr Polz würdigte die Verdienste des berühmten Striesaers in Brasilien und dankte allen Aktiven für die Gestaltung des Gedenksteines.

Neues von J.F.Mende

Neues von Johann Friedrich Mende: Seine Luckauer Zeit
Freundeskreis Zliuuini

Ein Absolvent des Luckauer Lyzeums hatte an der Entwicklung des sächsischen Bergbaues im
18. Jahrhundert entscheidenden persönlichen Anteil.
Dieser Absolvent war Johann Friedrich Mende, geboren am 4.10.1743 in Körba (und nicht, wie heute noch vielfach falsch angegeben am 3.10.1743 in Lebusa), als Sohn eines Müllers, der aus Lebusa stammte. Vermutlich hatte die Mühlentechnik den Knaben fasziniert, denn Vater und Großvater waren ebenfalls Technik- Freaks. Deshalb wollte der Knabe Mathematik studieren, doch vorher musste er eine höhere Schule besuchen. Er kam vom 12.4.1760 bis 1764 an das Lyzeum in Luckau. Als 17- bis 21jähriger war er schon ziemlich „alt“, was auf die Kriegsereignisse (Siebenjähriger Krieg 1756- 63) und den Verlust von Eltern und Mühle zurückzuführen sein dürfte.
Nach Mendes eigenen Angaben war seine Familie in Armut gestürzt: „Alleine das Unglück, worin meiner Eltern durch Brand und Krieg gegangen sind und deren daraus erfolgter Begräbnis seitiger Tod haben mich dergestalt von allen Vermögen entblößt…“

Nach der Schulzeit in Luckau studierte er an der neu gegründeten Bergakademie Freiberg 1766/67 und wurde sofort als „Kunstmeister“ (heute mit Ingenieur oder Konstrukteur in etwa vergleichbar) im Bergamt Freiberg angestellt. Mende konstruierte u.a. das erste Schiffshebewerk der Welt bei Freiberg, wurde 1770 Kunstmeister aller sächsischen Bergämter, 1789 folgten die Ernennungen zum „Maschinendirektor“ und „Oberkunstmeister“ für alle Bergwerke des Kurfürstentums Sachsen. Die russische Zarin, die berühmte Katharina die Große, versuchte vergeblich, ihn abzuwerben. Mende kannte Goethe persönlich und begleitete diesen bei Besuchen unter Tage.

Für die Luckauer Schulzeit gibt es nur lückenhafte Angaben, wobei zu vermuten ist, dass noch nicht alle archivalischen Quellen der Schule oder der Stadt ausgewertet sind.
J. F. Mende versah hier während seiner Schulzeit als Primaner bereits die Stelle des Feldmessers in Dahme.

Mende hat sicher im Luckauer Gymnasium durch erstaunliche mathematische Begabungen Aufmerksamkeit erregt. Denn ursprünglich wollte er an der Universität Leipzig Mathematik studieren. Ein solcher Berufsweg war für die damalige Zeit für einen Müllersohn nicht gerade alltäglich. Sein Fürsprecher war ein Freiherr von Hohenthal, ein einflussreicher Mann im Kurfürstentum Sachsen.
Diese akademische Laufbahn in Leipzig nahm der junge Mende dann aber doch nicht auf. Er ging erst mal zum Ingenieurdienst nach Dresden. Welche Tätigkeiten er in wessen Auftrag hier ausführte ist bisher unbekannt geblieben.
Das Leben Mendes wurde im Buch „Ein niederlausitzer Genie- Johann Friedrich Mende aus Lebusa (2014, Regia Verlag Cottbus) durch den Freundeskreis Zliuuini soweit wie möglich nachgezeichnet.
Neuere Recherchen zum Aufenthalt in Luckau erbrachten zwar weitere Angaben, die aber die Verwirrungen zu seinen Lebensdaten nicht gerade erhellten.

Die erste Information zu Mende aus seiner Heimatregion stammt vom damaligen Rektor des Lyzeums Luckau, M(agister) Johann Daniel Schulze in „Denkwürdigkeiten des Luckauer Lyceums“, 3. Stück, Lübben, 1809, S. 6, gedruckt bei Friedrich Driemel mit folgendem Wortlaut:

Allerdings unterliefen Schulze hier zwei Fehler:
- Mende war nicht ab 1785 Maschinendirektor sondern erst ab 1789.
- Der Titel „Königlicher…“ ist nicht belegt, denn wenn „königlich“ dann nur bezüglich der polnischen Königskrone, Sachsen wurde erst 1806 Königreich. Mendes Geburtsdaten fehlen auch hier.

Ein Philipp Wilhelm Christoph Meusser (oder Meußer) veröffentlichte im Juni 1813 in „Vaterländische Monatsschrift zunächst für beide Lausitzen“ (Hrsg.: F. G. H. Fielitz); Druck bei
K. G. Schirach, Görlitz unter der Überschrift „Berühmte und verdiente Lausitzer (aus dem 18. Jahrhundert)“, Seite 455 folgenden Text:


Leider enthält diese Darstellung Meussers auch etliche Fehler. Abgesehen von den falschen Geburtsdaten handelt es sich nicht um eine „Feilenmaschine“ sondern um das Modell einer „Feilenhaumaschine“, also einer Maschine zur Herstellung von metallischen Feilenkörpern. Das Jahr „1768“ als Anstellung bei der Bergakademie ist falsch, Mende wurde schon 1767 als Kunstmeister am Bergamt Freiberg angestellt. Er besaß nie eine „Anstellung bei der Bergakademie Freiberg“. Die Aussage „..1770 eine eigene Lehrstelle…übertragen“ ist deshalb ebenfalls falsch. Die Stelle als Maschinendirektor bekleidete er nicht ab „1758“ (da war er 13 Jahre alt!) sondern erst ab 1789.


Die o. g. Veröffentlichung Meussers von 1813 mit den vielen Fehlern ließ den Rektor Johann Daniel Schulze- bei aller Freundschaft zu seinem Schwager Meusser- aber nicht ruhen. Er verfasste folgende Berichtigung in der „Leipziger Literatur- Zeitung für das Jahr 1815“, Nr. 72 vom 25.3.1815, S. 571:


Beachtenswert ist die Forderung nach „ausstreichen“, d.h., vollständiger Streichung des Meusser- Textes. Leider enthält auch diese „Berichtigung“ von Schulze neue Fehler.
Die Jahreszahl „1785 Maschinen- Director“ ist erneut falsch, richtig ist: 1789.
Seine eigene Quelle „Denkwürdigkeiten des Luckauer Lyceums“ ist wie folgt zu berichtigen: Die Angabe „2. St. (ück)“ muss richtig „3. St.“ lauten und das falsche Jahr „1806“ ist mit „1809“ richtig zu stellen (gem. Original- Zeitschrift, Universitätsbibliothek Leipzig).

Diese wenigen Ergänzungen sollen reichen, um die Wirrnisse um Mendes Schulzeit in Luckau anzusprechen.

Was hat J.F.Mende gemacht?

Historischer Erstdruck über Schlieben aufgelegt

Historischer Erstdruck eines Buches über Schlieben

Der Freundeskreis Zliuuini, kürzlich erst geehrt mit dem „Kulturpreis für Heimatgeschichte“ des Landkreises, hat in einem historischen Druck zwei Manuskripte des Lehrers und Heimatforschers Albert Kunze (1897- 1976) unter folgendem Titel herausgegeben:

„Historischer Druck: Kunze, A., Aus der Vergangenheit des Amtes Schlieben und der Burg Schlieben. Geschichte der Wälder des Amtes Schlieben“

Der Heimatforscher Albert Kunze hat zwei seiner Hauptwerke nur als Manuskripte hinterlassen.
Mit vorliegender Herausgabe beider Werke in einem Band durch den Freundeskreis Zliuuini werden diese bisher wenig bekannten Ergebnisse einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Der Leser erfährt viele Einzelheiten zur Geschichte des Amtes und der Burg Schlieben sowie den Wäldern des Amtes aus acht Jahrhunderten.

Grundlage bilden ausgewertete Urkunden und Schriftstücke ab dem 14. Jahrhundert, viele vom damaligen Kollegen des A. Kunze, Fritz Stoy, aufbereitet. Somit erhält der Leser originale Informationen zum Leben im alten Amt Schieben, zu mittelalterlichen Vorgängen in der gleichnamigen Burg und zu den Amtswäldern über einen Zeitraum von rund 700 Jahren.

Wer weiß schon, wie sich die Burgbesatzungen im 15. Jahrhundert ernährten? Lebten sie gesund oder extrem ungesund? Wie sah die Burg aus, was machte ein „Kleiber“ in der Schliebener Burg? Waren die Wölfe des Mittelalters aggressiver als die heutigen Neu- Wölfe? Warum heißen heute noch viele Flurstücke „Morgenwiesen“ und nicht Mittags- oder Abendwiesen? Wer kennt schon die alten Flurnamen wie Lug, Scheick, Landwehr, Münze oder Zecker?
Antworten auf diese Fragen findet der Leser in diesem Buch.

Mit der Herausgabe beider Werke in einem Band wird auch dem 40. Todestag des Autors Albert Kunze in diesem Jahr gedacht, der 18 Jahre in Jagsal und anschließend 27 Jahre in Schlieben als Lehrer arbeitete. Seinen Lebensabend verbrachte er mit seiner Frau in Herzberg.

Das Buch wird ausschließlich im Amtsbereich Schlieben vorerst bis zum 5.7.2016 zum einmaligen Sonderpreis von 15 Euro verkauft (ansonsten zum Ladenpreis von 19.90 Euro, Link zum Verlag). Erwerbbar sind die Exemplare in den bekannten Läden z. B. von Schlieben, Hohenbucko und Lebusa.
Die Autoren des Freundeskreises Zliuuini Dr. Gert Wille, Werner Zimmermann, Gernot Richter, Hans- Dieter Lehmann, Mannfred Schmidt und Harry Widmer sind auch Ansprechpartner für Interessenten.

Freundeskreis Zliuuni-Impressionen 2015

Folgende Bilder wurden von Herrn Harry Widmer übergeben

Impressionen 2015

Arbeitstreffen in Malitschkendorf am 23.02.2015

Treffen der Heimatforscher aus Schwarzenburg und Freundeskreis Zliuuini
am 23.02.2015 hat sich der Freundeskreis Zliuuini mit Vertreterinnen des Heimatverein Schwarzenburg e.V. im Gasthof "Kremitzgrund" in Malitschkendorf getroffen. Es wurden Termin und Inhalt zweier Vorträge anlässlich des Ortsjubiläums in Schwarzenburg besprochen.
Auf den Fotos sind neben der Vorsitzenden Karola Wilde (ganz links), auch Christine Radens und Christine Neubert vom Heimatverein Schwarzenburg zu sehen. Gast war auch u.a. der bekannte Malitschkendorfer Holzschnitzer Gisbert Mönnich (rechts vor dem Fenster).

Arbeitstreffen am 23.02.2015

250 Jahre Ersterwähnung "Schliebener Land"

Bezeichnung "Schliebener Land" schon vor 250 Jahren üblich
Im Jahre 1994 wurde angeblich erstmalig der Begriff "Schliebner Land" geprägt und alle glaubten an eine Neuschöpfung.
Der Freundeskreis Zliuuini legte aber nunmehr, am 27.1.2015 in Schlieben, Dokumente vor, die beweisen, dass schon vor 250 Jahren diese landschaftliche Bezeichnung verwendet wurde. Der berühmte Lebusaer Johann Friedrich Mende, später hoher Amtsträger im sächsischen Bergbau und im Dienste des sächsischen Kurfürsten, unterzeichnete z. B. seine Briefe an eben diesen höchsten Landesfürsten mit "Johann Friedrich Mende, geburtig zu Lebuse im Schliebener Land gelegen"., mit dem Datum 22.11.1766. Es handelt sich also um (mehre) erhalten gebliebene offizielle Schriftstücke, nicht nur mal schnell um eine Kurzmitteilung an den Onkel Paul nach Körba geschrieben, sondern der oberste Landesherr in Dresden wußte vermutlich mit dem Begriff "Schliebener Land" schon vor 250 Jahren etwas anzufangen.
Somit kann im Jahre 2016 die 250. Ersterwähnung des Begriffes "Schliebener Land" gefeiert werden!

Vom Freundeskreis wurden und werden Veranstaltungen zur Regionsgeschichte durchgeführt. Der Bereich der Aktivitäten umfasst z. B. Ausstellungen, Buchvorstellungen und Textbeiträge. Sämtliche Aktivitäten können Sie in den Jahresberichten nachlesen, Berichte über die Veranstaltungen können Sie im Folgenden nachvollziehen.

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